BGH: Schadensersatz bei Vereitelung des Mietervorkaufsrechts

In einer Entscheidung vom 21.01.2015 (VIII ZR 51/14) hat der Bundesgerichtshof bestätigt, dass ein Mieter Schadensersatz verlangen kann, sofern sein Vorkaufsrecht aus § 577 BGB vereitelt wird. Soweit der Mieter erst nach Veräußerung und Eigentumsumschreibung auf den Erwerber von der Vorkaufssituation Kenntnis erlangt, hat er nicht zunächst das vermeintlich ehedem nicht erfüllbare Vorkaufsrecht auszuüben, sondern kann unmittelbar Ersatz des Erfüllungsschadens begehren. Insofern bringt der Bundesgerichtshof deutlich zum Ausdruck, dass auch der entgangene Gewinn, also die Differenz zwischen dem Verkehrswert der Wohnung und dem mit dem Dritten vereinbarten Kaufpreis -abzüglich ersparter Kosten- zur Bemessung des Erfüllungsschadens herangezogen werden kann. Damit fügt sich dieses aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofes nahtlos in einer Reihe von Entscheidungen, mit welchen die Schutzwirkung des § 577 BGB eindrucksvoll bestätigt, teils sogar ausgeweitet wurde.