Zwanzig Jahre Hilfsgüter für Rumänien

Seit nunmehr 20 Jahren leitet unser Bürovorsteher Meinolf Lißeck Hilfstransporte nach Costiui, Sighet und Satu Mare in Rumänien, nahe der ukrainischen Grenze. Gut zwei Jahre nach dem Sturz des Diktators Ceausescu fuhr Herr Lißeck mit seiner Familie und seinem Schwager mit zwei Gespannen, die bis zum Rand mit Bekleidung, Fahrrädern und anderen Hilfsgütern beladen waren, zum ersten Mal den mühsamen 1800 km langen Weg.

Die Armut der Bevölkerung war so groß, dass es für ihn selbstverständlich war, die Transporte fortzusetzen und zu intensivieren. Im Auftrage der Kirchengemeinde St. Joseph aus Essen-Horst wurden aus Essen viele Hilfsprojekte durchgeführt. Es begann damit, dass den Einwohnern neben der Bekleidung zunächst finanzielle Hilfen für notwendige Dachreparaturen gewährt wurden. In der Folge konnten Ausbildungspatenschaften eingerichtet und Beihilfen zum Aufbau eigener Existenzen, wie z. B. einer Kfz-Werkstatt und einer kleinen Schreinerei, zugesagt werden. Noch heute erhalten 20 Familien monatlich kleinere Beträge, damit die Ärmsten der Armen etwas zu essen haben und sich Feuerholz kaufen können, damit sie den kalten Winter überstehen.

Alle Kinder, vom Kindergarten bis zur 8. Schulklasse, werden einmal im Jahr vollständig von Kopf bis Fuß mit neuer Kleidung versorgt. Zudem erhalten die Kindergarten- und Schulkinder Spielsachen bzw. reichhaltige Schulmaterialien für die nächste Zeit und natürlich auch etwas „Süßes“. Die Schüler, die in das Berufsleben eintreten, freuen sich über ein gut erhaltenes Fahrrad, denn hierdurch ist die Mobilität gesichert. Die Fahrpreise für Bus oder Bahn sind für viele Menschen nicht zu bezahlen.

In der Kleinstadt Sighet konnte im Jahr 2000 mit der Unterstützung aus Essen eine Caritas-Filiale errichtet werden. Von dort wird die Verteilung der Hilfsgüter im Raume Sighet koordiniert. Diese Filiale stellt Mittellosen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, damit sich Menschen dort baden oder ihre Wäsche waschen können. Hier ist auch ein Ort der Ruhe und der Gemeinschaft. Es werden nützliche Informationen erteilt, wie man die nächste Zeit „über die Runden“ kommen kann. Klar ist, dass dieses Projekt auch heute noch finanziell aus Essen unterstützt wird.

„Ich freue mich jetzt bereits wieder auf Ende September“ erklärt Meinolf Lißeck, „dann geht es zum 25. Male mit einem 40-Tonnen-Sattelschlepper nach Rumänien, um vor Ort einen Großteil der Hilfsgüter persönlich verteilen zu können“, und er ergänzt: „Die überaus dankbaren Menschen geben uns immer wieder den Auftrag, auch den nächsten Transport zu organisieren und Spendengelder einzusammeln.“
Wir wünschen Herrn Lißeck und seinem Team viel Kraft und Ausdauer, damit sie dieses ehrenamtliche Engagement noch viele Jahre aufrechterhalten können.